JMED-Präkonferenzworkshop "Diversität in der Medizin(ethik)"

23. September 2021, 09.00-14.00 Uhr, im Rahmen der AEM Jahrestagung

Durchführung in Kooperation mit Sylvia Agbih (Bielefeld), Corinna Klingler (Potsdam) und Dr. Merle Weßel (Oldenburg)

 

Auch in diesem Jahr bieten wir wieder im Rahmen der AEM Jahrestagung einen Präkonferenzworkshop an. Dieser wird am Donnerstag, den 23. September, von 09.00-14.00 Uhr stattfinden.

 

Die Teilnahme an dem Präkonferenzworkshop ist kostenfrei!

 

Wie die Jahre davor besteht unser Präkonferenzworkshop wieder aus einem geschlossenen, inhaltlich ausgerichteten Teil und einem offenen Teil, der die Möglichkeit zum Netzwerken bieten soll. In dem inhaltlichen Teil, für welchen entsprechend nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung steht, werden wir uns mit dem Thema "Diversität in der Medizin(ethik)" beschäftigen.

 

Anmelden könnt ihr euch über das Anmeldeportal der AEM:

https://www.aem-online.de/index.php?id=48

PROGRAMM

Teil 1 (geschlossene Veranstaltung): "Diversität in der Medizin(ethik)", 09:00 - 12:30 Uhr

 

Durchführung in Kooperation mit Sylvia Agbih (Bielefeld), Corinna Klingler (Potsdam)und Dr. Merle Weßel (Oldenburg)

Diversität hat in den letzten Jahrzehnten im Gesundheitswesen stark an Bedeutung gewonnen. In der ambulanten und klinischen Patientenversorgung wird zum Beispiel vermehrt auf Diversitäts-Management gesetzt und Dienstleistungen, wie Ethikberatungen, sollen beispielsweise kulturelle Diversität berücksichtigen. Hinter solchen Entwicklungen steht oft die Idee des Gesundheitswesens als einem Ort, an dem Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Herkunft und Religion zusammenwirken.

Diversität kann sich in verschiedenen Dimensionen wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, Nationalität, Religion, sexuelle Identität und Gesundheit zeigen. Als sozialer Tatbestand ist Diversität nicht einfach gegeben, sondern geht aus Differenzierungsprozessen hervor. Da mit diesen Differenzierungen starke Auswirkungen für einzelne Individuen einhergehen können, etwa Diskriminierungen, gilt es zu prüfen, ob und inwiefern Diversität, und damit die Akzentuierung von Unterschiedlichkeit, einzufordern ist. Im Gesundheitsbereich finden sich einerseits Forderungen, Differenzen zu überwinden und Menschen gleich zu behandeln, andererseits sollen kulturelle und religiöse Hintergründen mehr berücksichtigt werden, um etwa einen niederschwelligen Zugang zu medizinischen Leistungen zu ermöglichen. Sowohl die Betonung, als auch die Nichtbeachtung von Unterschieden kann negative Folgen wie Geringschätzung und Benachteiligung nach sich ziehen. Die genannten Spannungen zu thematisieren und für Diversitätsdebatten zu sensibilisieren, kann helfen, Probleme wie Stigmatisierung oder Diskriminierung zu erkennen und zu verhindern.

Im Workshop wollen wir uns deshalb mit dem skizzierten Spannungsfeld auseinandersetzen. Aus der Perspektive einer Jungen Medizinethik wollen wir gemeinsam erarbeiten, was unter dem Begriff „Diversität“ verstanden werden kann und welchen Stellenwert dieser in der Medizin(-ethik) einnehmen sollte. Bezogen auf die Patienten und Patientinnen sollen an drei moderierten Thementischen die folgenden Dimensionen von Diversität in der gesundheitlichen Versorgung diskutiert werden:

1) Diversität bezüglich Geschlechter

2) Menschen mit Behinderung

3) Kulturelle Differenz - (Alltags)Rassismus im Gesundheitswesen?

 

Im Anschluss an die moderierten Gruppenarbeiten sollen die Ergebnisse der Tische miteinander verglichen werden, um Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede herauszustellen. Dabei soll mit Blick auf das Konzept der Intersektionalität thematisiert werden, inwiefern es zu Überschneidungen, Divergenzen oder gar blinden Flecken kommen kann, wenn die diskutierten Perspektiven jeweils alleine in den Blick genommen werden.

Teil 2 (offene Veranstaltung): Netzwerk Junge Medizinethik (JMED) – Ziele, Aktivitäten und Struktur, 13:00-14:00 Uhr

Dieser Teil der Veranstaltung ist offen für alle Nachwuchswissenschaftler*innen (Post-Docs und fortgeschrittene Promovierende), die sich für die Medizinethik interessieren bzw. das Netzwerk Junge Medizinethik kennenlernen wollen.

Wir freuen uns auf spannende Diskussionen: Regina Müller, Solveig Lena Hansen, Nadia Primc, Robert Ranisch, Philipp Karschuck.